ilja.
MEIN KLEINES STÜCK INTERNET
Persönlich. Unregelmäßig. Ich.
DAS PERSÖNLICHE LOGBUCH

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Ein Leben dazwischen.

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Mal mit Tiefgang. Mal mit Bulli. Mal kompletter Quatsch.

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My Thoughts

Die große 2,90-Euro-Revolution

Deutschland diskutiert über die Senkung der Stromsteuer. Seit Tagen. Politiker erklären, Minister rechnen, Parteien streiten, Verbände nehmen Stellung, Experten werden interviewt und Nachrichtensender berichten darüber, als stünde die energiepolitische Wiedervereinigung unmittelbar bevor.

Und dann rechne ich nach, was von diesem historischen Befreiungsschlag bei mir ankommt: 2,90 Euro im Monat. Zwei Euro neunzig.

Dafür wird ein Gesetz geplant, beraten, beschlossen und umgesetzt. Ministerien beschäftigen sich damit, Verwaltungen müssen es abwickeln, Energieversorger ihre Abrechnung anpassen, Kunden werden informiert, Pressemitteilungen geschrieben, Talkshows gefüllt und wahrscheinlich werden noch 14 Arbeitskreise gegründet, damit am Ende auf meiner Stromrechnung monatlich 2,90 Euro weniger stehen.

Was dieser ganze politische, administrative und kommunikative Zirkus selbst kostet, wird vermutlich niemand jemals vollständig ausrechnen können. Aber hey: 2,90 Euro! Da kann ich mir jeden Monat fast einen Kaffee leisten. Also keinen beim Bäcker. Vielleicht einen aus dem Automaten. Ohne Milch.

Und dafür verzichtet der Staat insgesamt auf Milliarden an Einnahmen.

Vielleicht bin ich zu einfach gestrickt, aber wenn man schon Milliarden in die Hand nimmt, um Bürger zu entlasten, wäre es doch eine geradezu revolutionäre Idee, das Geld so einzusetzen, dass der Bürger die Entlastung anschließend auch bemerkt.

100 Euro im Monat – das wäre für mich zum Beispiel eine Entlastung, bei der ich sage: Ja, das macht einen Unterschied. Das sind 1.200 Euro im Jahr. Das merkt man beim Einkaufen, beim Tanken, bei der Miete oder auf dem Konto. Aber 2,90 Euro? Die verschwinden im Alltag schneller, als irgendein Minister „Entlastungspaket“ sagen kann.

Deutschland 2026: Wir schaffen es nicht, Behörden konsequent zu digitalisieren, Brücken rechtzeitig zu sanieren oder Infrastrukturprojekte ohne Jahrzehnte Verspätung fertigzustellen. Aber für 2,90 Euro monatliche Entlastung veranstalten wir einen politischen Staatsakt.

Ich überlege noch, was ich mit dem unerwarteten Wohlstand mache. Vielleicht lege ich die 2,90 Euro zurück.

Für die nächste Strompreiserhöhung.

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My Thoughts

Naher Osten – warum hört das nicht auf?

Morgen wird in Israel gewählt. Und während ich die Berichte darüber sehe, geht mir wieder etwas durch den Kopf, das mich eigentlich begleitet, seit ich alt genug bin, Nachrichten zu verstehen:

Warum hört das da unten eigentlich nie auf?

Ich bin mit Nachrichten über Krisen und Kriege im Nahen Osten groß geworden. Krieg, Waffenstillstand, Anschlag, Vergeltung, neue Verhandlungen, gescheiterte Verhandlungen, wieder Krieg. Israel, Palästina, Gaza, Westjordanland, Libanon, Iran, Irak, Syrien – irgendwann kommt man als Außenstehender kaum noch hinterher, wer gerade gegen wen kämpft und warum.

Natürlich weiß ich, dass der heutige israelisch-palästinensische Konflikt nicht einfach „seit 2.000 Jahren“ derselbe Konflikt ist. Politisch ist er wesentlich jünger. Aber seine religiösen, historischen und territorialen Wurzeln reichen teilweise Jahrtausende zurück. Und genau das scheint ihn zusätzlich so unglaublich aufzuladen.

Vielleicht bin ich zu naiv oder zu gutgläubig. Aber ich verstehe diesen Hass nicht.

Da berufen sich Menschen auf Religionen, die ihnen moralische Regeln geben, und gleichzeitig werden im Namen von Religion, Volk, Land und Geschichte Menschen getötet. „Du sollst nicht töten“ und die Verantwortung gegenüber dem Mitmenschen sind schließlich keine exklusiv christlichen Ideen. Judentum und Islam kennen ebenso das Verbot des Mordens und die Pflicht gegenüber anderen Menschen.

Und trotzdem sieht man Bilder von Männern, die mit Gewehren in der Luft jubeln. Man hört „Tod Israel“, „Tod Amerika“ oder auf der anderen Seite Forderungen nach Vertreibung und immer neuen Gebietsansprüchen.

Und dann die Politik.

Israelische Siedlungen wachsen im Westjordanland weiter. Palästinenser erleben Besatzung, Vertreibung und Perspektivlosigkeit. Israelische Familien erleben Terror, Raketen und die Angst, dass Menschen ihre Vernichtung wollen. Gaza liegt nach Jahren des Krieges am Boden. Iran und seine Verbündeten mischen mit, andere Staaten verfolgen ihre eigenen Interessen – und die Weltgemeinschaft redet seit Jahrzehnten von Frieden.

Jede Seite kann auf ihre Toten zeigen.
Jede Seite kann auf erlittenes Unrecht zeigen.
Jede Seite kann erklären, warum sie der anderen nicht mehr vertraut.

Aber irgendwann müsste doch jemand sagen:

Bis hierhin. Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern. Aber wir können verhindern, dass unsere Kinder dieselbe Vergangenheit noch einmal erleben müssen.

Denn genau das bekomme ich nicht in meine Rübe.

Eine Generation erlebt Hass und Gewalt. Sie erzählt ihren Kindern davon. Die Kinder wachsen mit diesem Feindbild auf, erleben vielleicht selbst wieder Gewalt – und geben es an ihre Kinder weiter.

Wann hört das auf?

Vielleicht ist genau das die entscheidende Frage. Nicht, wer vor 100, 500 oder 2.000 Jahren zuerst Recht oder Unrecht hatte.

Sondern:

Wie viele Generationen sollen noch dafür bezahlen?

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My Days

Heute beim ReWe

Die wollen einemPayback? REWE-Karte? App? Treuepunkte? Ich wollte eigentlich nur Milch und Brot kaufen, kein Aufnahmegespräch führen.

Und dann fragen die auch noch nach einer Tüte und einem Bong.

Langsam wird’s mir zu persönlich. 😏 wohl

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My Inner World

Eigentlich fehlt mir nichts. Außer euch.

In letzter Zeit mache ich mir erstaunlich viele Gedanken über das Alleinsein. Ich habe in den vergangenen Monaten auf Facebook ein paar Texte über Singles, Beziehungen, Nähe, Freundschaft und dieses manchmal merkwürdige Leben dazwischen geschrieben. Eigentlich einfach Gedanken, die mir durch den Kopf gingen. Umso mehr hat mich überrascht, wie viele Menschen darauf reagiert und kommentiert haben. Offenbar beschäftigt das ziemlich viele.

Und irgendwann blieb bei mir ein Satz hängen: „I don’t need u, but I want u!“ Der beschreibt ziemlich gut, wo ich gerade stehe.

Denn eigentlich ist mein Leben ziemlich voll. Ich habe viel erlebt, viel gesehen und vieles erreicht. Ich habe zwei erwachsene Kinder, eine Enkelin, einen Beruf, den ich verdammt gerne mache, meine Wohnung, meinen Bulli, tausend Ideen und meistens irgendein beklopptes Projekt, mit dem ich mich beschäftigen kann. Mir ist selten langweilig.

Und trotzdem merke ich immer deutlicher: Es fehlen Menschen. Nicht irgendwelche Kontakte. Davon gibt es genug. Familie, Kollegen, Bekannte, Menschen auf Facebook, WhatsApp und sonst wo. Ich meine die Menschen, bei denen man nicht überlegen muss, ob man sich melden darf. Bei denen aus „Hast du Zeit?“ auch mal spontan ein Bier, ein Kaffee, ein Abend oder irgendeine völlig ungeplante Aktion wird. Davon sind in meinem Leben erschreckend wenige übrig geblieben.

Und ja, natürlich fehlt mir auch eine Partnerin. Jemand, mit dem man Alltag genauso teilen kann wie besondere Momente. Aber das ist eben nur ein Teil davon. Eine Partnerschaft kann und soll schließlich nicht Freundschaften, Familie und ein eigenes Leben ersetzen.

Vielleicht merke ich deshalb gerade so deutlich, wie kräftezehrend Alleinsein manchmal sein kann. Nicht dieses dramatische Alleinsein, bei dem man abends weinend auf dem Sofa sitzt. So ist es nicht. Es ist viel unspektakulärer.

Immer selbst überlegen, was man macht. Sich selbst aufraffen. Alleine losfahren. Entscheidungen alleine treffen. Nach einem richtig guten oder richtig beschissenen Tag nach Hause kommen und niemanden haben, dem man das unbedingt noch erzählen möchte. Und dann dieser ganze stinknormale Alltag: alleine kochen? Doof. Alleine essen? Doof. Alleine einkaufen? Doof. Alleine Fernsehen? Doof. Alleine irgendwohin fahren? Meistens auch doof. Alleine ins Bett gehen und alleine wieder aufwachen? Auf Dauer ziemlich doof.

Natürlich kann ich das alles. Ich mache es ja. Aber vielleicht liegt genau da der Denkfehler: Nur weil man etwas alleine kann, heißt das noch lange nicht, dass man es auf Dauer alleine machen möchte. Und irgendwann stellt man fest, dass man sich an verdammt vieles davon gewöhnt hat. Das funktioniert. Aber funktionieren und zufrieden sein sind eben nicht immer dasselbe.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum mich dieser Satz so angesprochen hat: „I don’t need u, but I want u!“ Ich brauche keinen Menschen, damit mein Leben überhaupt funktioniert. Ich suche niemanden, der mich rettet, beschäftigt oder vollständig macht.

Der Kuchen ist längst gebacken. Aber ein Leben darf doch mehr sein als nur ein ziemlich guter Kuchen. Ein paar Menschen am Tisch wären schön.

Und gegen Sahne und eine Kirsche hätte ich auch nichts. 😉

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My Days

So. Jetzt bin ich hier. Schon wieder.

www.ilja-frese.de gibt es gefühlt schon ein halbes Internetleben. Und wenn ich mir anschaue, was sich unter dieser Adresse über die Jahrzehnte alles angesammelt hat, dann war sie wohl immer auch ein Abbild von mir: neugierig, verspielt, manchmal beruflich, manchmal persönlich. Und gelegentlich technisch etwas überholt.

Da war die frühe private Homepage. Mit Babyfoto und Augen und Mund, die sich beim Drüberfahren mit der Maus veränderten. Damals hieß das Mouseover und war für mich vermutlich schon ein ausreichender Grund, es einzubauen. Ich finde das heute noch süß. Auch wenn inzwischen einige Grafiken fehlen und die Seite aussieht, als müsste irgendwo noch ein Modem piepen.

Später rückte meine Medienarbeit nach vorn. Medientrainer, Filmprojekte, Presse, Videos. Es gab verschiedene Fassungen, neue Anläufe und Ordner in Ordnern. Ein kleines digitales Archiv dessen, was mich damals beschäftigt hat. Irgendwann stand FreseFilm im Mittelpunkt. Filme, Hörspielprojekte und die Dinge, die ich gemacht hatte und zeigen wollte.

Dann fand vieles auf Facebook statt. Bei Think About bekamen Gedanken und Meinungen ihren Platz, bei Fresefilm Videos, Memes und anderer Quatsch. Videos mache ich inzwischen seltener. Gedanken und Quatsch sind allerdings weiterhin ausreichend vorhanden.

Und meine eigene Homepage? Die stand da so. Mit einer Version von mir, die es durchaus noch gibt – die aber längst nicht mehr alles erzählt.

Also musste etwas Neues her.

Eine Weile habe ich überlegt: wieder Medien? Wieder Projekte? Das Babyfoto noch einmal aufwärmen? Oder etwas Persönlicheres?

Geworden ist es ein Logbuch. Zum Durchscrollen, Hängenbleiben und Weiterlesen. Mit Platz für das, was mich gerade beschäftigt: Meinungen und Politik. Liebe, Gefühle und mein Innenleben. Bulli und Unterwegssein. Mein Penthouse. Selbermachen, Ausprobieren und diese legendären „Ich mach das mal eben“-Ideen. Und ganz normale Tage, die manchmal eben doch eine Geschichte haben.

Hier werde ich schreiben, wenn ich einen Gedanken habe. Wenn etwas passiert ist. Wenn mich etwas freut, nervt, berührt oder nicht loslässt. Manchmal wird das auch auf Think About oder Fresefilm passen. Manchmal nur hierher.

Und manches wird rückwärts dazukommen. Erinnerungen und Erlebnisse, die ihren Platz unter dem Datum bekommen, zu dem sie gehören. Ich fange heute an und darf trotzdem noch von gestern erzählen.

Dabei möchte ich persönlich sein. Über Liebe schreiben können, ohne Namen auszubreiten. Über meine Psyche, ohne für alles schon eine Erklärung zu haben. Eine Meinung haben und trotzdem noch dazulernen dürfen. Und zwischen all dem auch einfach mal ein Meme veröffentlichen.

Oben steht deshalb:

MEIN KLEINES STÜCK INTERNET | UNSER KLEINES STÜCK INTERNET

Denn vielleicht haben wir auch eine gemeinsame Geschichte. Einen Moment, eine Begegnung, etwas, das dir in Erinnerung geblieben ist. Unter „Unser kleines Stück Internet“ kannst du mir davon erzählen. Ich lese es, bevor es hier erscheint. Aber ich mag den Gedanken, dass dieser Ort mit der Zeit auch ein paar andere Perspektiven auf mich bekommt.

Bis hierhin brauchte es übrigens erst einmal einen kleinen Hindernislauf durch Serverordner, WordPress, Passwörter und eine ziemlich hartnäckige Datenbankfehlermeldung. Ich saß mit dem MacBook auf dem Sofa und wollte eigentlich nur meine Homepage machen.

Jetzt läuft sie.

Und ich bin ein bisschen aufgeregt.

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